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Aktuelles

30.07.2025

Viel mehr als nur Deutschlernen

Schülerinnen und Schüler halten bei einer Abschlussfeier die Zertifikate ihres Deutschkurses hoch. Anwesend sind auch Vertretende der Stadtverwaltung Trier, des Caritasverbandes sowie Sven Teuber, Bildungsminister von Rheinland-Pfalz. Foto vom Caritasverband Trier
Schülerinnen und Schüler halten bei einer Abschlussfeier die Zertifikate ihres Deutschkurses hoch. Anwesend sind auch Vertretende der Stadtverwaltung Trier, des Caritasverbandes sowie Sven Teuber, Bildungsminister von Rheinland-Pfalz. Foto vom Caritasverband Trier

Kaum war das reguläre Schuljahr beendet, nahmen Jugendliche mit Migrationshintergrund an einem der drei zusätzlichen Feriensprachkurse teil, den die Trierer VHS mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD) des Caritasverbandes und der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik (BBS GuT) anbot. Dabei ging es nicht nur darum, die Deutschkenntnisse weiter zu verbessern: Am Nachmittag wendete die Gruppe das Gelernte direkt an und lernte die Stadt und ihre Bildungsangebote kennen, aber auch die Arbeitswelt, unter anderem durch einen Besuch bei der IHK. Dieser freiwillige Einsatz wurde bei der Zeugnisübergabe besonders gewürdigt.

Bei der Abschlussfeier in der BBS GuT waren auch Weiterbildungsdezernent Markus Nöhl und Landesbildungsminister Sven Teuber dabei. Sie zeigten sich beeindruckt von den Fortschritten der Jugendlichen beim Deutschlernen in den zweiwöchigen Kursen, aber auch von der Kreativität und der Eigeninitiative, die die Gruppe bei ihren Nachmittagsprojekten an den Tag legte. Daraus ergab sich eine bunte Präsentation, zu der Videos, verschiedene selbstgestaltete Plakate und ein Impro-Theaterstück gehörten. Dabei ging es auch darum, welche Ziele die Jugendlichen haben und wie sie ihre aktuelle Identität wahrnehmen und definieren. Teuber lobte ihren freiwilligen Einsatz in den Ferien und hob die Bedeutung der jungen Migrantinnen und Migranten für die Gesellschaft insgesamt hervor: "Ihr seid positive Aushängeschilder und Vorbilder. Wir brauchen Euch." Nach seinen Angaben laufen in Rheinland-Pfalz 190 solcher Ferienkurse, die das Land jeweils finanziert. 

Der Minister dankte den drei Einrichtungen, die die Trierer Kurse vor Ort ermöglicht hatten. Das Bildungs- und Medienzentrum, zu dem die VHS gehört, wurde bei der Zeugnisübergabe unter anderem vertreten durch Leiter Rudolf Fries sowie die neue VHS-Chefin Manuela Zeilinger-Trier und die Caritas durch Migrationsabteilungsleiter Bernhard Jocher und JMD-Chefin Katharina Moik. Teuber würdigte außerdem den Einsatz von Simon Jegen, der das Projekt von Seiten der BBS GuT begleitet hatte. 

Die Hauptherkunftssprachen der Jugendlichen waren Arabisch, Kurdisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch. Als Muttersprachen waren aber auch Albanisch, Bosnisch, Spanisch, Rumänisch, Ungarisch, Urdu und Vietnamesisch vertreten. Die VHS bietet in diesem Sommer nach Angaben der zuständigen Fachbereichsleiterin Laura Trierweiler insgesamt zehn Feriensprachkurse an: fünf für Grundschulkinder, zwei für den Bereich Sekundarstufe I und drei für Jugendliche: "Insgesamt konnten wir so rund 100 Kinder und Jugendliche erreichen, davon etwa ein Drittel Mädchen", so Trierweiler.

Schon seit 2015 gehört dieses Angebot fest zum Programm der Trierer Volkshochschule; "Uns ist es ein wichtiges Anliegen, schulpflichtige Schülerinnen und Schüler mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen beim Erlernen der deutschen Sprache und damit in ihrem Integrationsprozess zu unterstützen. Die VHS will Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, die Sprachkompetenzen in den Ferien zu festigen, zu üben und zu vertiefen. Hierfür stellt sie Räume und Unterrichtsmaterial sowie Lehrkräfte zur Verfügung, mit denen das pädagogische Fachpersonal der VHS im engen Kontakt steht", so Trierweiler. Das nachmittägliche Angebot der Caritas ergänzt die Sprachkurse am Vormittag. Dabei können die Jugendlichen das Gelernte direkt anwenden und lernen auch die konkreten Angebote im Bildungs- und Medienzentrum kennen. Sie erfahren aber auch Wissenswertes über verschiedene Berufe, etwa durch Besuche bei Firmen. Zudem wurde das Schreiben von Bewerbungen erprobt. 

Ein weiterer Pluspunkt ist nach Einschätzung von Trierweiler, dass die Dozenten jeweils über Berufserfahrung verfügen und oft seit vielen Jahren bei der VHS tätig sind. Insgesamt würden die Feriensprachkurse seit dem Start vor zehn Jahren gut angenommen: "Dies erkennt man zum einen an der Zahl der angebotenen Kurse, die über Jahre gleich hoch geblieben ist. Zum anderen an der hohen Nachfrage bei den Schulen, über die die Anmeldungen der Kinder und Jugendlichen laufen. Darüber hinaus gibt es auch engagierte Eltern, die den Wunsch haben, dass ihre Kinder ihre Deutschkenntnisse verbessern und sich an die Schulen oder die VHS wenden", so Trierweiler.